Ein Krisenmodel in Zeiten der Krisen

Im Juli fand im Bildungshaus am Harz in Alterode im Masterstudiengang Systemische Beratung das Modul „Krisen und Begleitung von Krisen“ statt. Die relative Abgeschiedenheit des Seminarorts ermöglichte es der Gruppe, Abstand zu den aktuellen Krisen (Corona, Energiekrise, Krieg in der Ukraine, Klimawandel) und zugleich neue Perspektiven auf den Umgang mit Krisen von Klienten zu gewinnen.

Zusammen mit der Lehrtrainerin Cornelia Hennecke vom IF Weinheim und Prof. Dr. Andreas Bergknapp wurde ein systemisches Verständnis von Krisen geschärft, das die Grundlage für eine professionelle Begleitung von Menschen in Krisensituationen bildet. Als weitere Grundlage für eine professionelle Umgangsweise mit Krisen reflektierten die Studierenden die Frage, wie sie selbst bislang mit Krisen umgegangen sind und welche Ressourcen nützlich waren.

Die häufig verwendete Redewendung, dass Krisen auch Chancen sind, trifft theoretisch sicherlich zu, sollte in der Praxis allerdings nicht überstrapaziert werden und hilft Menschen in akuten Krisensituationen wenig bzw. kann sogar kontraproduktiv sein. Die Studierenden lernten vielmehr, wie es in Krisensituationen gelingen kann, wahrhaftig beim Klienten zu sein, diesen zu stützen und den Zugang zu dessen Ressourcen wiederherzustellen.

Im Verlauf der vier Tage wurde auch deutlich, wie wichtig die Gemeinschaft einer Gruppe sein kann, um gut mit Krisen umgehen zu können. So wurde das Wir-Gefühl der Gruppe am abendlichen Lagerfeuer gestärkt, bevor die Studierenden sich auf den Weg machten, die ein oder andere Krise, die da draußen wartet, professionell zu begleiten.   

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