Polen klauen, Russen trinken, Deutsche meckern… und du?

** Blogpostreihe des Interdisziplinären Projekts Soziale Lebens- und Problemlagen 2.0 **

Thema: Vorurteile

Blondinen sind blöd, wer hat Angst vorm schwarzen Mann, Hauptschüler werden Hartz-IV-Empfänger. Mauern im Kopf, aufgebaut durch Hörensagen. Geschichten, die schon in der frühesten Kindheit erzählt werden. Nachbarn, Eltern, Freunde, Arbeitskollegen…. Jeder hat sie auf Lager, Geschichten über die Anderen. Die Anderen, die anders aussehen oder andere Sprachen sprechen. Die, die sich vielleicht anders anziehen oder das „R“ im Wort rollen. Ein Urteil, unabhängig von Wahrnehmung oder Erfahrungen. Wir schwimmen mit dem Strom, ohne uns eine eigene Meinung zu bilden.

„Vermissen Sie Ihre Heimat? Geht’s Ihnen hier in Deutschland gut?“. Dunkle Haut, dunkle Haare, dunkle Augen – so sehen Flüchtlinge aus. Dann muss man wohl auch einer sein. Jedoch in Deutschland geboren, aufgewachsen, Abitur gemacht und Studentin. Anders auszusehen ist auch in der heutigen Gesellschaft immer noch ein Verhängnis. Undifferenzierte Zuschreibungen, die auf alle übertragen werden, ungeachtet ihrer Individualität oder des sozialen Kontextes. „Kennt man eine/n kennt man alle“ – ein täglicher Gedanke in den Köpfen der Menschen.
Vorurteilsbesetzte Einstellungen und diskriminierende Verhaltensweisen werden oft als verletzend erlebt. Menschen werden anhand äußerer Merkmale stereotypisiert. Spiegel Manager Magazin hat 5.671 Personen im Alter von 14-69 Jahren befragt und kam zu dem Ergebnis, dass mehr als 50 Prozent der Personen Menschen nach ihrem Äußeren verurteilen.

Schauen wir hinter die Fassade! Meist werden Menschen in Gruppen zusammengefasst. Dieser Prozess läuft nahezu automatisch ab und scheint völlig normal. Es ist wichtig, dieses Verhalten aufzubrechen, doch wie ist das möglich?
Vorurteile sind nicht vermeidbar, doch es liegt in unserer Hand, zu sensibilisieren und negativ behaftete Vorurteile zu minimieren. Es beginnt schon im Kindergarten, in der Schule oder auf der Arbeit. Diese Lebensbereiche spielen hierbei eine große Rolle. In diesen Bereichen sollten alle die Möglichkeit haben, sich in offenen Gesprächen zu informieren und das Gesagte zu reflektieren. Leider bleibt dies oft aus und es wird der Weg des geringsten Widerstands gewählt.
Vorurteile sind Grenzen,
Vorurteilst du noch?

(Beitrag von Lea Zöller, Anna-Lisa Miesweg, Justine Tolle)

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